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Kompression für den ganzen Körper?

Kompressionsstrümpfe haben sich im Sport endgültig durchgesetzt, es gibt kaum eine Sportart, wo die wirksamen Socken nicht angetroffen werden. Die Wirkungsweise ist komplex und trotzdem relativ einfach zu verstehen: Die Venen werden zusammengedrückt, der Blutfluss beschleunigt und damit steht dem Körper mehr Blut und Sauerstoff zur Verfügung.

Wer das aktuelle Geschehen im Bereich Kompressionsbekleidung mitverfolgt, wird jedoch festgestellt haben, dass weit mehr als nur Socken angeboten werden. Das Angebot reicht von Hosen über Oberteile bis hin zu Ganzkörper-Kompressionskleider (Compression-Suit). Was steckt dahinter? Profitieren die Venen am Oberkörper auch von Kompression oder sind es andere Gründe, welche die Kompressionskleidung so beliebt machen?

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Wirkung auf die Venen

Venen gibt es überall am Körper, sie transportieren das sauerstoffarme Blut zurück zum Herzen. Je weiter bodenwärts die Venen liegen, desto grösser ist der Druck und desto schlechter der Rücktransport. Diese Tatsache lässt darauf schliessen, dass Kompressionsbekleidung v.a. an den Waden eine grosse Wirkung zeigt. Kompression hat aber einen weiteren Effekt: Die Venen dienen gleichzeitig auch der Speicherung von Blut, man spricht vom sogenannten Venenpool. Das Blut im Venenpool ist nicht Teil des aktiven Kreislaufs und kann entsprechend nicht genutzt werden. Der grösste Venenpool befindet sich direkt unter der Haut -im kutanten und subkutanen Venennetz. Wird nun gezielt Kompression auf das Gewebe ausgeübt, so verkleinert sich der Venenpool und das Blut wird in den aktiven Kreislauf gedrängt. Für den Sportler bedeutet das mehr Blut und damit mehr Sauerstoff für die Muskulatur. Bisher fehlen jedoch Langzeitstudien, welchen das Ausmass dieses Effekts genau dokumentieren.

Wirkung von Kompression auf die Arterien

Kompression wirkt sich entgegen der landläufigen Meinung nicht nur auf die Venen, sondern auch auf die Arterien aus. Aussagen wie Kompression verkleinert den Arteriendurchmesser sind falsch und zeugen von mangelndem Verständnis. Das Gegenteil trifft zu. Wird der Druck um eine Arterie erhöht, so weitet sich diese reflektorisch aus. Nur so kann der Körper sicherstellen, dass ein kontrahierter Muskel ausreichend mit Blut versorgt werden kann (bei Kontraktion steigt der intra- und intermuskuläre Druck).

Konstanter Druck versus intermittierender Druck

Ganz so einfach ist es mit dem Druck natürlich nicht. Wird der Druck konstant auf einem höheren Level gehalten, so weiten sich die Arterien um trotz höherem Druckgradient den Blutfluss aufrecht zu erhalten. Insgesamt fliesst also absolut gesehen nicht mehr Blut. Aus diesem Grund wird der Effekt der intermittierenden Kompression genutzt, welcher durch eine hohe Stiffness zustande kommt (Artikel über Stiffness). Während der Kontraktion kommt es kurzzeitig zu einem enormen Druckanstieg, so dass die Arterien maximal geöffnet werden. In der anschliessenden Entspannungsphase sinkt der Druck rapide ab, die Arterien bleiben jedoch für einige sekunden geöffnet und es fliesst messbar mehr Blut zum Muskel. Dies erklärt auch, weshalb Sport-Kompressionsbekleidung nur bei Aktivität wirkt und klar von Produkten für die Erholungsphase abgegrenzt werden muss.

Kompressionskleider und Kompressionsanzüge haben also Ihre Berechtigung, zumindest in der Theorie. Ob sich der Trend durchsetzten wird, werden wir in den nächsten Jahren erfahren -wir freuen uns auf jeden Fall auf interessante Produkte und aussagekräftige Studien.

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